Michael Bublé – auch für Männer geeignet?

Der Kanadier Michael Bublé hat schon mit seinen ersten CDs einen fulminanten Erfolg verbuchen können. Besonders die Frauenherzen sind ihm zugeflogen, gilt er doch nicht nur als außergewöhnliches Gesangstalent, sondern auch als Womanizer par Excellence. Seine schmelzende Stimme und sein nicht minder schmelzender Blick wirken offensichtlich sehr magnetisch auf seine weiblichen Fans. Die Nachricht von seiner Verheiratung hat weltweit sicher zu einem Strom von Tränen geführt und romantische Hoffnungen zunichte gemacht.

Die Konzerte des 34-jährigen Sängers sind weltweit stets ausgebucht. Oft müssen Zusatztermine ausgemacht werden. Dort tritt er mit seiner großen Begleitband auf und hat auch live sein Publikum sehr schnell voll im Griff. Die Bühnenshow ist sicher klassisch dezent und zurückhaltend, passt aber perfekt zu seinem Stil und seinen Songs.

Auch die Welt der Musikkritiker zollt ihm ihren Tribut. Er wurde schon mit Sinatra verglichen – in der Tat weisen die Stimmen und die Interpretationen deutliche Ähnlichkeiten auf – und von Anfang an mit sehr lobenden Rezensionen verwöhnt. Dass er sein Niveau halten konnte, beweist sicher die Tatsache, dass er im Jahr 2010 bei der Vergabe des wichtigsten kanadischen Musikpreises, dem JUNO, gleich in vier Kategorien einen Preis abstauben konnte.

Musikalisch hat er sich hauptsächlich dem Erbe des Mainstream-Jazz verschrieben. So präsentiert er auf seinen CDs viele der Klassiker, die schon Frank Sinatra und Dean Martin geschmettert oder gesäuselt haben. So zeigt er mit „Sway“ oder „Save the last dance for me“ unverfälschte romantische Balladen, „All of me“ oder „For once in my life“ laden zum Tanzen ein. Er arbeitet auch gerne mit dem klassischen großen Orchester, das einen satten Sound bietet. Besonders die Bläsersätze sind immer wieder hörenswert, aber auch die Geigen unterstreichen den teils romantischen Charakter seiner Songs sehr gut.

Michael Bublé bietet aber nicht nur die Jazzklassiker, sondern offeriert auch eigene Interpretationen moderner Songs. So wird seine Version von „Moondance“, im Original von Van Morrison, von vielen für besser gehalten als die Originalversion. Selbstverständlich dürfen auch Beatlessongs nicht fehlen, so interpretiert er zum Beispiel „Can’t buy me love“ oder „With a little help from my friends“ ebenfalls auf seine charakteristische Art und Weise. Neben den romantischen und soften Balladen zeigt er also auch, dass er die schnellen und moderneren Varianten genau so beherrscht.

Und daher ist er sicher auch für das männliche Ohr geeignet. Eine perfekte Stimme, hervorragende Arrangements, interessante Interpretationen und ein satter Sound sind Gründe genug, sich die eine oder andere seiner CDs anzuhören und gar einen Lieblingssong zu entdecken, der gute Laune macht oder in die Beine geht – denn auf seine Songs kann man ausgesprochen gut tanzen.